Leitung: Angelika Relin

Der dänische Autor Christian Lollike war lange Zeit das Wunderkind des jungen europäischen Theaters. In seinen Texten versuchte er, das Lebensgefühl der jungen Generation einzufangen und es in kluge politische Diskussionen einzufügen. Inzwischen ist Lollike 40 und schreibt noch immer kluge Texte.

Johanna Lemke, Sächsische Zeitung 17./18.5.2014


Christian Lollike,

Jahrgang 1973, wurde in Dänemark geboren. Er arbeitete als Regieassistent von Miguel Rubio am Yayachakani Theater in Lima, Peru, und ist Gründungsmitglied von "The Sheriff", einer Gruppe, die dem vorhersehbaren Theater den Kampf angesagt hat. 2001 schloss er sein Studium des Szenischen Schreibens am Theater Aarhus ab. Lollike verfasst Hörspiele, Drehbücher und Theaterstücke, die er zum Teil selbst inszeniert.


Sein erstes abendfüllendes Theaterstück "Verzeihung, ihr Alten, wo finde ich Zeit, Liebe und ansteckenden Irrsinn?" wurde 2003 am Stadttheater Boras, Schweden, uraufgeführt. 2004 folgte "Sexy Sally" am Katapult-Theater in Aarhus.


In Deutschland wurden mehrere seiner Stücke uraufgeführt, u.a. 2005 "Dogville" nach Lars von Trier am Staatstheater Stuttgart, 2007 "Nathan (ohne Titel)" am Schauspiel Leipzig und 2008 "Cosmic Fear oder Der Tag, an dem Brad Pitt Paranoia bekam" am Maxim Gorki Theater, Berlin.


Von 2005 bis 2010 arbeitete Lollike als Hausautor und Regisseur am Theater Aarhus. Seit 2010 ist er Künstlerischer Leiter des CaféTeatret in Kopenhagen, das sich jüngst in Sort / Hvid umbenannte.


Lollike wurde mehrfach ausgezeichnet:

2005 erhielt er den Preis der dänischen Theaterzeitschrift Teater1. Die Hörspielproduktion seines Stücks "Das Wunderwerk oder The RE-Mohammed-TY Show" bekam 2006 den Prix Europa. Im Mai 2013 wurden Christian Lollike und CaféTeatret gleich in drei Kategorien bei der dänischen Reumert-Verleihung ausgezeichnet: Dramatiker des Jahres für "Der fremde Blick oder Der Schacht", "Cookies Factory" und "Manifesto 2083". "Der fremde Blick oder Der Schacht" wurde zudem als bestes Theaterstück prämiert. "Manifesto 2083", das sich mit dem Massenmörder Anders Breivik auseinandersetzt, erhielt den Spezialpreis der Jury. Es wurde außerdem zum Festival Neue Stücke aus Europa eingeladen.

Foto: Martin Bubandt